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Sind meine Akkus schon verbraucht? Wie kann ich den Zustand, die Verfassung und das Alter meiner Akkus bewerten?
Das Problem ist komplex, und die Antwort interessiert sowohl die Nutzer als auch die Verkäufer, die sich mit den Reklamationen ihrer Kunden auseinandersetzen. Wir werden versuchen, allen Interessierten in diesem Thema zu helfen.
1. Bewertung des Alters des Akkus
Jeder namhafte Hersteller MUSS das Produktionsdatum auf seinen Akkus angeben – es kann verschlüsselt (im Code) sein, jedoch sollte ein seriöser Verkäufer/Hersteller in der Lage sein, zu bestimmen, wann der betreffende Akku produziert wurde.
Warum ist das Alter des Akkus so wichtig?
Ein Akku, der 2 Jahre alt ist (oder älter), wird in der Regel weniger zuverlässig sein als fabrikneue Akkus – selbst wenn er nicht regelmäßig verwendet oder stark beansprucht wurde.
Es ist wichtig zu wissen, dass internationale Herstellerstandards, die zur Bewertung der Qualität von Ni-MH-Akkus dienen, nicht einmal Kriterien festlegen, die ein Akku nach 2 Jahren ab Produktionsdatum erfüllen muss – ein solcher Akku kann weiterhin recht nützlich sein, jedoch ist bei stark beanspruchten Akkus mit hohen Kapazitäten eine Degradation nach dieser Zeit spürbar.
2. Messung der nutzbaren Kapazität des Akkus (aus der Entladung)
Auf dem Markt gibt es viele Ladegeräte, die laut Herstellerangaben die Kapazität von Akkus messen können. Leider gibt es viel weniger Ladegeräte, die dies zuverlässig oder ausreichend präzise tun.
Wenn wir über ein geeignetes Ladegerät der Marken everActive, Xtar oder Eneloop verfügen, ist dies ein relativ einfach zu überprüfendes Element.
Das Kapazitätsergebnis, das mit einem bestimmten Akku erzielt wird, müssen wir wieder in Bezug auf sein Alter oder die Zeit, die seit dem Kauf vergangen ist, setzen. Wenn der Akku neu ist, frisch nach dem Kauf, sollte er eine Kapazität nahe seiner Nennkapazität aufweisen; wenn nach mehreren Zyklen/Entladungen seine Kapazität immer noch mehr als 5% unter dem liegt, was der Hersteller angibt – dann sollte man ihn sich genauer ansehen.
[Denken wir daran, dass wir zur Bewertung der Kapazität des Akkus einen vollständigen Lade- und Entladezyklus durchführen müssen. Der Wert, der nach einer vollständigen Entladung erzielt wird, zeigt die tatsächliche Kapazität des Akkus an.]
Ein Akku muss und kann in der Regel seine volle nutzbare Kapazität nicht über viele Jahre halten. Das gilt auch, wenn unser Akku bereits länger in Gebrauch ist.
Das Nutzkriterium für Ni-MH-Zellen beträgt 60% der Nennkapazität, und für Li-Ion-Zellen 80%. Ein dauerhafter Kapazitätsverlust unterhalb dieser Werte kann ein Grund für die Reklamation von Zellen während ihrer Garantiezeit (in der Regel 2 Jahre) sein.
3. Messung des Innenwiderstands des Akkus
Im Fall von Ni-MH-Zellen ist dies ein Element, bei dem wir noch schneller einen Rückgang der Leistung der Akkus feststellen können. Ein Anstieg des Widerstandswertes über 200-300 Milliohm bedeutet bereits eine signifikante Degradation der Zellen, und solche Werte sollten uns in typischen Anwendungen in den ersten Monaten oder sogar im ersten Jahr der Nutzung nicht begegnen.
Die Messung des Widerstands, ähnlich wie die Messung der Kapazität, kann mit einem geeigneten Ladegerät durchgeführt werden – z.B. everActive NC-3000 (für Ni-MH-Zellen) oder UC-4200 (sowohl für Ni-MH als auch für Li-Ion).
Wenn wir nicht über ein geeignetes Ladegerät verfügen, sollten wir uns mit einem Voltmeter (Multimeter) und einer einfachen Last ausstatten, die am besten etwa 300-1000 mA von unserem Akku zieht (ein normaler Widerstand von 4,7 Ohm / 5W eignet sich sowohl für Ni-MH-Zellen 1,2V als auch für Li-Ion 3,7V).
Für die Messung benötigen wir dann einen Akku, der mindestens zu 50% aufgeladen ist.
Wir messen die Spannung an einem solchen Akku, ohne angeschlossene Last (Widerstand), dann schließen wir unseren Widerstand zwischen die Pole +/- an und registrieren nach etwa 1-2s die nächste Spannungsanzeige direkt am Akku.
Die zweite Anzeige wird niedriger sein – der Wert des Spannungsabfalls wird umso höher sein, je höher der Widerstand unseres Akkus ist – wenn wir unter diesen Bedingungen bei einer Ni-MH-Zelle einen Abfall von mehr als 0,1 V und bei einer Li-Ion-Zelle von mehr als 0,3 V feststellen, sollte man diese Zelle reklamieren.
4. Messung der Zellenspannung (?)
Die bloße Messung der Spannung bringt uns leider nichts – insbesondere im Fall von Ni-MH-Zellen – allein der Spannungswert reicht nicht aus, um den Ladezustand eines solchen Akkus korrekt zu bewerten – wir haben darüber in einem anderen Beitrag geschrieben.
5. Überprüfung des Akkus mit einem Batterietester (?)
In der Regel ist ein solcher Test ebenfalls nutzlos – selbst bei stark beanspruchten Akkus zeigen einfache analoge und digitale Tester recht optimistische Werte. Darüber hinaus müssen wir vor einem solchen Test sicherstellen, dass der Akku korrekt aufgeladen wurde.
Zusammenfassung
In unserer Praxis stellt sich häufig heraus, dass reklamierte Zellen problemlos die Kriterien 2/3 erfüllen – sie erreichen die richtigen Kapazitäten, haben einen niedrigen Widerstand und funktionieren dennoch nicht beim Kunden. Häufigste Gründe sind: unsachgemäße Aufladung der Akkus (geringe Qualität des verwendeten Ladegeräts), fehlende Versuche, den Ladevorgang bei stark beanspruchten Zellen zu wiederholen, sowie so banale Ursachen wie fehlender Kontakt zwischen dem Akku und den Kontakten/Federn im Gerät. Seltener liegt das Problem im Gerät, das schlecht mit irgendwelchen Akkus funktioniert – obwohl solche Geräte immer noch vorkommen.
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